Ernährung bei systemischer Sklerose

Dr. Bettina Pabel
Food- und Bio-Journalistin
Aschaffenburg

Dr. Bettina PabelBei einer Erkrankung wie systemische Sklerose, die den Körper viel Kraft kostet, ist eine nährstoffreiche Ernährung mit Mineral- und Ballaststoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen besonders wichtig.
Viele Betroffene haben jedoch beim Essen Schwierigkeiten, zum Beispiel durch Mundtrockenheit oder wenn eine Verengung des Mundes und ein verkürztes Zungenbändchen das Schlucken erschweren. Häufig leiden sie auch unter Sodbrennen und anderen Problemen der Speiseröhre, teilweise zudem unter Verdauungsstörungen.

Leider gibt keine universelle „Sklero-Diät“, dafür sind die Krankheitsbilder je nach Person zu unterschiedlich. Es bieten sich jedoch viele Ansatzpunkte, um über eine bewusste Auswahl der Mahlzeiten für Linderung zu sorgen und sich zugleich gesund zu ernähren. Generell gilt eine Gemüse- und Obst-betonte Ernährung dabei als vorteilhaft, wozu diese aber auch schonend und frisch zubereitet werden sollte. Ansonsten heißt es, bewusst auf die Signale des Körpers zu hören und herauszufinden, welche Nahrungsmittel gut tun und welche nicht.

„Sauer macht lustig“

Den Speichelfluss anregen kann man zum Beispiel mit eher säuerlichen Aromen, beispielsweise über Saftschorlen, Wasser mit einem Schuss Zitronensaft oder verdünnten Bio-Apfelessig. Auch Salbei erweist sich meist als hilfreich, sei es in Form von Tee oder Bonbons. Letztere besser in der zuckerfreien Variante, was ebenso für Kaugummis als einem weiteren typischen Speichelanreger gilt.

Die Speiseröhre schonen

Bei Sodbrennen, Reflux und ähnlichen Problemen helfen oft schon einfache Verhaltensregeln. Dazu gehört unter anderem, lieber mehrere kleine und nicht zu heiße Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen, gut zu kauen und nicht zu spät abends zu essen. Meiden sollte man typische Auslöser von Sodbrennen, etwa scharf gewürzte, fettreiche bzw. frittierte Speisen, Süßigkeiten (vor allem mit Weiß- bzw. Industriezucker), stark gerösteten Kaffee, Alkohol oder Getränke mit sehr viel Kohlensäure. Die meisten Obst- und Gemüsesorten, Kartoffeln und Trockenfrüchte werden dagegeben sehr gut vertragen. An Gemüse lassen sich zum Beispiel Kohlrabi, Brokkoli und Spinat nennen, wobei es aber auch auf die Zubereitung ankommt. Wenn man Gemüse, gegebenenfalls auch Obst, schonend dünstet, bleiben zum einen die meisten Vitamine deutlich besser aufnehmen. Wie vielleicht bekannt, geht die Naturheilkunde bei Sodbrennen von einem gestörten Säure-Base-Gleichgewicht aus und zählt die genannten Beispiele dann zu den basenbildenden Lebensmitteln.

In der Naturheilkunde hat außerdem die Empfehlung bestimmter Kräuter und Gewürze ihre Wurzeln. Demnach verschaffen beispielsweise Kräuterteemischungen mit Fenchel, Anis und Kümmel oder aus Schafgarbe, Kalmuswurzel und Pfefferminze Linderung. Bach- und Poleiminze, Bertram, Beifuss, Galgant und Brennnessel wiederum, gehören zu den Kräutern, die in der Lehre nach Hildegard von Bingen bei Verdauungsproblemen empfohlen werden. Der bevorzugte Einsatz von Dinkel als leicht verdauliche Getreidequelle hat hier übrigens ebenfalls seinen Ursprung. Beim Stichwort Verdauung sei schließlich noch erwähnt, dass auch Hefeflocken als Würzmittel, Naturjoghurts, eingeweichte quellende Samen wie Lein-, Chia- und Flohsamen zu einer gesunden Darmflora und funktionierenden Verdauung beitragen können.

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